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David Friedrich Weinland

Eine Grabenstettener Persönlichkeit

David Friedrich Weinland
David Friedrich Weinland

David Friedrich Weinland

  • Geboren 30. August 1829 in Grabenstetten
  • gestorben 19. September 1915 in Hohenwittlingen (Bad Urach)

Der wohl berühmteste Grabenstetter ist und bleibt der Naturforscher und Schriftsteller David Friedrich Weinland. Er ist der Sohn von Sophia Klingler und Pfarrer August Johann Friedrich Weinland, der Pfarrer in Grabenstetten war. Das Familien-  und Taufregister kann bei der Evangelischen Kirchengemeinde Grabenstetten eingesehen werden.

David Friedrich Weinland zeigte bereits in jungen Jahren großes Interesse für die erdgeschichtliche Vergangenheit seiner Heimatregion. Nach dem Besuch der Volksschule, der Lateinschule in Nürtingen und des Seminars in Maulbronn studierte er Theologie im Tübinger Stift. Bereits während seines Theologiestudiums interessierte er sich nebenbei für die naturwissenschaftlichen Vorlesungen. 1852 schloss er das Studium der Naturwissenschaften mit einer Dissertation über die Urzeugung ab. 

Seine erste Stelle trat er als Assistent am Zoologischen Museum der Universität Berlin an. 1855 führte ihn sein Weg nach Cambridge an der amerikanischen Ostküste. Während seiner Zeit in Amerika unternahm er viele wissenschaftliche Reisen nach Kanada, Mexiko und in die Karibik. Besonders Haiti hatte es ihm angetan. Weinland betrieb dort völkerkundliche Studien und untersuchte das Wachstum der Korallen. 

1859 kehrte Weinland nach Deutschland zurück und wurde Direktor des Zoologischen Gartens in Frankfurt am Main. In dieser Funktion gab er die populär-wissenschaftliche Zeitschrift „Der zoologische Garten“ heraus, die noch heute auf dem Markt ist. Aus gesundheitlichen Gründen musste er bereits 1863 die Leitung abgeben und zog sich aus dem wissenschaftlichen und öffentlichen Leben zurück. Er übernahm das väterliche Gut Hohenwittlingen bei Bad Urach und lebte dort – mit Ausnahme von einer kurzen Zeit in Baden-Baden – als Privatgelehrter.

Weinland veröffentlichte viele Aufsätze und Bücher. In der Deutschen Nationalbibliothek und anderen – vor allem wissenschaftlichen – Bibliotheken sind noch heute Werke von David Friedrich Weinland zu finden. Seine zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen im Bereich der Naturwissenschaften waren nur in Fachkreisen bekannt. Der Förderverein Heidengraben e.V. konnte bei einer Antiquariatsmesse im Jahr 2009 ein Notizbüchlein David Friedrich Weinlands erwerben, in dem sich auf 60 Seiten handschriftliche wissenschaftliche Eintragungen befinden.

Um seinen vier Söhnen seine Kenntnisse über das Leben ihrer Vorfahren auf der Schwäbischen Alb weiterzugeben, schrieb Weinland 1875 die Erzählung „Rulaman. Naturgeschichtliche Erzählung aus der Zeit des Höhenmenschen und des Höhlenbären“. 1878 erschien im Leipziger Verlag Spamer erstmals als Buch. Mit diesem Jugendroman erlangte Weinland weltweite Bekanntheit und Anerkennung.

David Friedrich Weinland war  Mitglied in verschiedenen nationalen und internationalen naturwissenschaftlicher Gesellschaften.