Gemeinde Grabenstetten

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Evangelische Kirchengemeinde

Evangelische Peter und Paul-Kirche
Evangelische Peter und Paul-Kirche

Evangelische Kirchengemeinde Grabenstetten
Schlattstaller Straße 2
72582 Grabenstetten
Tel.: 07382 649, Fax: 07382 5901
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Pfarrer Siegbert Betz
Vorsitzende des Kirchengemeinderats: Karin Bauer, Telefon 07382 936096

Geschichte

Erntedank in der Kirche
Erntedank in der Kirche

Die Kirche wird zum ersten Mal 1275 urkundlich als erstes festes Haus in der Gemeinde erwähnt. Man glaubt, dass aus dieser Zeit der Taufstein stammt, der heute immer noch benutzt wird.

Die Kirche erhielt im Laufe der Zeit viele Veränderungen. Der erste Turm war am 1. Februar 1641 gegen die Mittagszeit bei ruhigem Wetter eingestürzt; vermutlich als Folge eines Blitzes der 35 Jahre vorher in den Turm eingeschlagen hatte. So wurde im Jahr 1680 der Chorturm von Grund auf neu erbaut, wobei das Kirchenschiff unverändert blieb. Seine Ostwand, die unter dem großen Rundbogen den Blick auf den Chor zulässt, ist also in Ihrer ursprünglichen Gestalt erhalten und zeigt mit Ihrem Rundbogen deutlich den romanischen Baustil. Vielleicht wurde sie auch schon früher erbaut, denn der romanische Baustil kam schon ums Jahr 1000 allgemein auf. Damals waren die plötzlichen Raubüberfälle der Ungarn noch in frischer Erinnerung. Es scheint, dass die Grabenstetter ihre Kräfte zusammennahmen um ein festes Haus zu bauen in dem man Schutz fand. Nur so sind die dicken Mauern mit den starken Strebepfeilern an den Ecken der West- und Südseite zu verstehen, die sicher aus der ersten Bauzeit stammen und nun über 700 Jahre gehalten haben.

Die Kirche hatte ursprünglich sicher nur einen Eingang, das Westportal. 1580 errichtete man eine Männerempore mit eigenem Aufgang von außen über eine hölzerne Treppe an der Nordwand der Kirche. Diese wurde 1827 durch eine steinerne Treppe ersetzt, welche 1935 anlässlich der Kirchenerweiterung zum zweiten Eingang im Westen wurde. Der südliche Eingang zum Kirchhof hin wurde nachträglich von den Herren von Hofen eingebaut, da sie nicht mit dem gewöhnlichen Volk die Kirche betreten wollten.

Ursprünglich hatte die Kirche wohl auch im Süden drei kleinere Rundbogenfenster, aber im Zuge der Arbeiten zur Südtür wurden zwei Fenster im gotischen Stil vergrößert, um der Tür ein würdigeres Aussehen zu geben. Das letzte kleine Fenster bei der Kanzel wurde 1757 im gleichen Stil wie die anderen zwei vergrößert, damit der Pfarrer für seine Notizen und der Organist für seine neu erworbene Orgel (1731) mehr Licht hatten. Danach folgten mehrere Renovierungen; als bisher letzte Baumaßnahme wurde der Turm 2004 rundumsaniert.

Die Glocken

Glocken
Glocken

1450 kaufte man zu der einzigen kleinen Glocke eine große, die der heiligen Anna geweiht war. Sie trägt die Inschrift: „Osanna heiß ich, in unserer Frauen Ehr läut ich, Bernhard Lachmann goß mich 1493".

Beim Einsturz des Turmes hatten die Glocken keinen Schaden genommen und man entschied sich, die große Glocke nach Neuffen zu verkaufen, denn dort waren alle Glocken bei einem Brand zerstört worden. Dort hängt sie heute noch und man nennt sie die „Grammenstetter Glock". 1680 kam dann in den Turm eine neue Glocke aus Kempten. Sie trägt die Inschrift: „Johann Babtista Ernst von Memmingen und Otto Sartor von Kemten gossen mich 1680." Diese Glocke hat am unteren Rand viele Verzierungen im barocken Stil. Dabei wiederholt sich ein Bild sechs Mal: Ein Mann, der unter einem Baum sitzend auf einer großen Kniegeige spielt und von einer Menge wilder Tiere umgeben ist, die ihm zuhören. Dies soll Orpheus darstellen, der der Sage nach die Kraft besaß, durch sein Spiel die wilden Tiere zu besänftigen. Orpheus wurde damals mit Christus verglichen, der durch seine Lehre, wenn man sie befolgte, die verderbte Welt zu einem Paradies wandeln könne. Eine ähnlich Wirkung habe auch der Glockenton und die Musik auf die Menschen.

Die kleine Glocke wurde 1794 umgegossen und trug dann die Inschrift im Band: „Diese Glocke wurde umgegossen und vergrößert in Stuttgart von C.F.Blüher 1749". Diese musste 1917 als Metalllieferant für den Krieg abgegeben werden. Die große wurde wegen ihres historischen Wertes erhalten. Auch 1940 verhinderte der damalige Bürgermeister ihre Abfuhr.

Wandmalereien

Die Wandmalereien aus dem Jahre 1450 wurden in der Reformationszeit übertüncht und in den Jahren 1912-1924 wiederentdeckt. Leider konnte nur ein Teil wiederhergestellt werden. Die Wandmalerei stellt das Jüngste Gericht dar. Im oberen Teil fleht eine Heilige um Barmherzigkeit für die Auferstehenden, während die Engel die Posaunen blasen. Im unteren Teil schließt Petrus mit dem Schlüssel in der Hand den Himmel auf. Auf einem dritten Bild daneben tat man einen Blick in die Verdammnis.

Pfarrhaus

Das gemeindeeigene Pfarrhaus wurde um 1712 erbaut. Seit dieser Zeit ist es mit Zentrum des kirchlichen Lebens in Grabenstetten. In ihm wurde auch einer der bekanntesten Grabenstetter, David Friedrich Weinland, geboren, der als Wissenschaftler und Schriftsteller von sich reden machte.

Gemeindehaus

Das Gemeindehaus, die ursprüngliche Pfarrscheuer, wurde 1983 fertiggestellt. Hier findet ein weiterer Teil des Gemeindelebens statt. Hier trifft sich Alt und Jung in Gruppen und Kreisen, finden offene Abende, Bibelwoche und Gemeindefeste ebenso statt, wie Geburtstagsfeiern, Tauffeste und Schulungen.

Quellen: Dietmar Walter; Genoba Grabenstetten: Grabenstetten in vergangenen Tagen 1982; Klassenarbeit von A. Lander 1980.